Briefkopf

Journal

der 

Berliner Medizinischen Gesellschaft

Jahrgang 2
 Ausgabe 1 /  2011

Albrecht von Graefe-Denkmal


Verehrte Leser,

Das Jubiläumsjahr 2010 der Berliner Medizinischen Gesellschaft stand ganz im  Zeichen ihres 150-jährigen Bestehens.

Inhalt:
1.  In dieser 1. Ausgabe wird daher ein Resummé gezogen über den Festakt am 30.10.2010

2.
Prof. Dr. med. Gunther Hartmann

														"Immunerkennung von Nukleinsäuren: 
Krebs im Fadenkreuz des angeborenen
Immunsystems"

												                   





1.

"Tradition und lebendiges Wissen"


30.10.2010  im Hörsaal des Langebeck-Virchow-Hauses:

Die Berliner Medizinische Gesellschaft verlieh anlässlich ihrer 150 Jahr-Feier die Ehrenmitgliedschaft an Prof. L. G. Braun, Prof. K.M. Einhäupl, Dr. L. de Maizière 

Tafel Golter

Bronzetafel mit den Namen von 123 Ehrenmitgliedern der Berliner Medizinischen Gesellschaft

im Foyer des Langenbeck-Virchow-Hauses

Integriert im Kulturprojekt "Wissenschaft Berlin 2010" feierte die Berliner Medizinische Gesellschaft am 30.10.2010 ihr 150-jähriges Jubiläum. Parallel zur Ausstellung "Rudolf Virchow als Anthropologe und Prähistoriker" wurde im Langenbeck-Virchow-Haus eine neue Gedenktafel enthüllt. Die Bronzetafel schuf der Potsdamer Bildhauer Marcus Golter. Sie präsentiert die Namen der Ehrenmitglieder der Gesellschaft, beginnend mit dem international bekannten Berliner Neurologen Moritz Heinrich Romberg bis zu Karl Max Einhäupl, dem derzeitigen Vorstandsvorsitzenden der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Unterbrochen werden die schlicht gehaltenen Lettern von Portraits (Flachreliefs) Rudolf Virchows sowie der 3 Nobelpreisträger Robert Koch, Paul Ehrlich und Wilhelm Konrad Röntgen. Nach dem allseits bekannten Albrecht von Graefe-Denkmal vor der Charité nennt die Gesellschaft im Mediziner-Viertel um die Charité nunmehr ein zweites bemerkenswertes Kunstwerk ihr eigen, das kommende Generationen an die europäische Dimension der Medizin in Berlin erinnert.


Hahn

In der Eröffnungsansprache zitierte der 1. Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Helmut Hahn, aus der Festrede von Pagel, anlässlich des 50jährigen Jubiläums 1910: “Eine Geschichte der Gesellschaft zu schreiben, hieße, eine Geschichte der gesamten Medizin zu schreiben...".

In der Tat hat die BerlMedGes in ihren Vorträgen und Sitzungsberichten den Fortschritt regelmäßig begleitet, getreu ihrem "Leitmotiv", wissenschaftliche Informationen für alle Ärzte auf hohem Niveau und durch die Besten ihres Faches anzubieten.

Die gute Zusammenarbeit mit der früheren Medizinischen Fakultät der Universität Berlin und der von ihr bis 1953 unabhängigen Charité wird heute mit der Charité - Universitätsmedizin Berlin fortgesetzt. Weiterhin bestehen im Medizinerviertel die Kooperationen zu den Fachgesellschaften, z.B. der "Berliner Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe" sowie der "Kaiserin Friedrich Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen" im gleichnamigen Haus                                                                                                                                      Helmut Hahn

am Robert-Koch-Platz. Welche wichtige Rolle dabei die Berliner Medizinische Gesellschaft über den Zeitraum von 150 Jahren mit ihrem Stammhaus, dem Langenbeck-Virchow-Haus, spielte, betonte der Vorsitzende der BerlMedGes, Helmut Hahn, in seiner Eröffnungsansprache: 

"Dieses Haus ist nach der Wende zu dem geworden, was R. Virchow bereits 1865 prognostiziert hatte: ´Wir repräsentiren ungefähr das, was anderswo eine Academie repräsentirt …! ´    “


Vereinfacht lässt sich sagen: Der wissenschaftliche Fortschritt entstammt der Charité - Universitätsmedizin Berlin, reflektiert und für die Ärzteschaft umgesetzt wird er - fachübergreifend - durch die BerlMedGes. Immer stehen Sachkompetenz der Redner, Aktualität der Inhalte und die wissenschaftsbasierte Zuverlässigkeit sowie Unabhängigkeit der Daten im Vordergrund. So haben nach Rudolf Virchow 12 Nobelpreisträger, u.a. Emil von Behring (190

Jonitz

1), Robert Koch (1905) und Paul Ehrlich (1908) über Feodor Lynen (1972) bis Harald zur Hausen (2008) vor der BerlMedGes vorgetragen.

                                                                                                                                    Günther  Jonitz

Stammhaus der BerlMedGes war seit 1915 das Langenbeck-Virchow-Haus. Nach dem Krieg folgte auf die Beschlagnahme des unbeschädigten Hauses die Nutzung des Gebäudes für die "Volkskammer" der DDR von 1951 – 1976. Nach der im Jahre 2003 erfolgten Wiedererlangung und Wiederinstandsetzung des Hauses durch die Eigentümergesellschaften und die Aesculap - Akademie entstand mit über 500 Veranstaltungen ein vollgültiges Kongresszentrum für Fort- und Weiterbildung mit internationaler Ausstrahlung.


Diesen Gedanken griff auch Senator Zöllner auf, indem er in seinem Grußwort formulierte, "Dieser historische Ort ist ein großer Gewinn für Berlin und erfreut sich als Begegnungsstätte ganz im Sinne R. Virchows großer Beliebtheit."

Ministerialrat Ortwin Schulte übernahm das Grußwort in Vertretung des Gesundheitsministers. Dr. med. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, betonte in seiner Begrüßungsrede, dass sich die Berliner Medizinische Gesellschaft würdig in den Reigen der Jubilare des Wissenschaftsjahres Berlin 2010 einreihe, d.h. 300 Jahre Charité, 200 Jahre Humboldt-Universität, 100 Jahre Max-Planck-Gesellschaft. Es folgten die Grußworte von 

Prof. Dr. med. habil. Dr. Ing. Dr. med. h.c. Michael Ungethüm, Prof. Dr. med. h.c. Norbert Haas, Langenbeck-Virchow-Haus GbR und Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. h.c. Andreas Ebert, Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin.

Der Festvortrag von Prof. med. Ivar Roots über "Individualisierte Arzneitherapie" verwies auf die Problematik der auseinander klaffenden Schere einer ausgewogenen Arzneitherapie, zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und Umsetzbarkeit der modernen Erkenntnisse für den täglichen praktischen und klinischen Bedarf.

Einhäupl

Im Verlauf des Festaktes folgte die Verleihung der Ehrenmitgliedschaften an Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B.Braun Melsungen AG, Prof. Dr. med. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin und Dr. h.c. Lothar de Maizière, Ministerpräsident a.D., Bundesminister a.D. In den Laudationes würdigte Hahn das Verdienst dieser drei neuen Ehrenmitglieder.


Herr Professor Braun hat durch seine großzügige und tatkräftige Unterstützung der Berliner Medizinischen Gesellschaft, im Zusammenwirken mit seinem Vorstandskollegen, Herrn Professor Ungethüm, die Revitalisierung des Langenbeck-Virchow-Hauses in Berlin-Mitte ermöglicht.

Herrn Prof. Einhäupl in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin verdankt die Berliner Medizinische Gesellschaft einen wesentlichen Teil ihrer wissenschaftlichen Existenz und Leistungsfähigkeit. Er setzte in vorbildlicher Weise die mehr als 100 Jahre andauernde fruchtbare Partnerschaft fort. Dr. h.c. Lothar de Maizière, wurde gleichermaßen geehrt für die Verdienste um den Erhalt der Charité als Medizinische Fakultät und für seine Mitwirkung am Kooperationsvertrag zwischen dem Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands und dem DDR-Ärzteverband Rudolf-Virchow-Bund nach der Wende. Damit hat er verhindert, dass der Name Charité vom Standort Mitte verschwand.

Ehrenmitglieder

Die neuen Ehrenmitglieder Prof. Braun, Prof. Einhäupl, Dr. de Maizière. 

Die Mitglieder der Berl MedGes Dr. Neumann - von Meding und Prof. Hahn bei der Laudatio.

Dem Festakt war die eingangs erwähnte Ausstellung: "Rudolf Virchow als Anthropologe und Prähistoriker" angeschlossen, die in Verbindung mit dem Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte im Foyer ausgearbeitet worden war. Diese Darstellung, "R. Virchow einmal anders", fand bereits Beachtung im Berliner Ärzteblatt "Berliner Ärzte" Jg. 10 (2010), S. 12. Selbst zu fortgeschrittener Stunde sah man im Foyer des 30.10.2010 Gäste, die sich sehr interessiert über R. Virchows und Heinrich Schliemanns gemeinsamen Auftritte in Troja informierten.

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2.

Am 08.02.2011 fand im Hörsaal des Langenbeck-Virchow-Hauses folgende Veranstaltung statt. Die Berichterstattung hierüber befindet sich derzeit im Aufbau. 

Prof. Dr. med. Gunther Hartmann vom Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie -Zentrallabor- des Universitätsklinikums Bonn leitete den Abend. Das Thema lautete:


"Immunerkennung von Nukleinsäuren: 
Krebs im Fadenkreuz des angeborenen
Immunsystems"


Das Programm:

Daniel Speiser, Lausanne: Klinische Erfahrungen mit Immun-Therapie: Die Rolle des angeborenen Immunsystems

Veit Hornung, Bonn: DNA Erkennungsmechanismen des angeborenen Immunsystems

Gunther Hartmann, Bonn: CpG-DNA bis 3pRNA: Entwicklung therapeutischer

Oligonukleotide für die Tumortherapie

Lesen Sie hier ein Referat über den Vortrag von Prof. Hartmann

Oligonukleotide für die Tumortherapie

Thomas Tüting, Bonn: Neues Protokoll einer Chemoimmunotherapie mit kompletter
Remission primärer spontaner Melanome im Mausmodell

3.


Am 06.04.2011
kam die Frage zur Sprache,  
welchen Stellenwert heute Leitlinien haben. Wo lauern besondere Gefahren für die ärztliche
Behandlung in zivil- und strafrechtlicher Hinsicht?

Dr. Markus Follmann:

Standards für die Entwicklung, Implementierung und Evaluation von evidenzbasierten onkologischen Leitlinien

Prof. Dr. Fritz von Weizsäcker: 

Leitlinien zur Virushepatitis


Prof. Dr. Christoph Gaudecki: 

"Juristische Betrachtung der Leitlinienproblematik bei der ärztlichen Behandlung"


Lesen Sie hier eine Summary im pdf-Format:             Vortrag von Prof. Gaudecki


17.06.2011

Die Einladung als Faltblatt

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Dr.-Friedrich-Sasse-Stiftung


laden ein zu zwei Jubiläumsveranstaltungen "100 Jahre pluripotente Stammzelle"


Die Rolle Berlins in der internationalen Hämatologie und Immunologie


Freitag, 17. Juni 2011 - 19:00 Uhr

im historischen Hörsaal des Berliner Medizinhistorischen Museums

Schumann-Str. 20/21 in 10117 Berlin


Mittwoch, 2. November 2011 19:00 Uhr

im Hörsaal des Langenbeck-Virchow-Hauses

Luisenstraße 58/59 in 10117 Berlin




Einladung


Die Berliner Medizinische Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité und die Dr.-Friedrich-Sasse-Stiftung weisen auf eine besondere Jubiläumsveranstaltung hin zur 100-jährigen Bezeichnung der pluripotenten "großlymphozytären Stammzelle" (1911/12). Erstmals wurde die heute als "Blutstammzelle" bezeichnete Entdeckung bereits ein halbes Jahrhundert zuvor in Königsberg/ Preußen 1868/69 in dieser ihrer Funktion als "Lymphoide Markzelle" im Knochenmark beschrieben.

Mit der Gründung der "Berliner Hämatologischen Gesellschaft" (1908) durch Artur Pappenheim setzte, wiederum von Preußen ausgehend, eine beispiellose Entwicklung mit weltweiter Dimension ein, aus der sich Forschungsfelder von der Immunologie bis hin zur heutigen Blutstammzelltransplantation und zur embryonalen Blutstammzellforschung entwickelten.



Wir laden Sie herzlich zu beiden Veranstaltungen ein.



Freitag, 17. Juni 2011 - 19:00 Uhr

im historischen Hörsaal des Berliner Medizinhistorischen Museums

Schumann-Str. 20/21 in 10117 Berlin


Begrüßung


Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Helmut Hahn

Vorsitzender der Berliner Medizinischen Gesellschaft und des Kuratoriums der Dr. Friedrich-Sasse-Stiftung


Prof. Dr. Thomas Schnalke

Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité



Wissenschaftliche Vorträge


Die hämatopoetische Stammzelle - Geschichte

über die "großlymphozytäre Stammzelle" 1912 bis zum heutigen Blutzellstammbaum

Die Rolle von Berlin und Königsbergs in der internationalen Hämatologie und Immunologie



Prof. Dr. Günter Brittinger, Universitätsklinikum Essen: Die "Lymphoide Markzelle" im Knochenmark 1868: Leben und Werk Ernst Neumanns


Prof. Dr. Herbert Neumann, Bochum: Die Entdeckung der hämatopoetischen Funktion des Knochenmarks. Von der Zellmorphologie zur Stammzellkultur


PD Dr. Thomas Benter, Schwedt: Die Hämatologie im Nationalsozialismus mit besonderer Berücksichtigung der Biographien von Hans Hirschfeld und George Rosenow


Schlussworte:

Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann

Medizinischer Leiter, DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.



Mittwoch, 2. November 2011 19:00 Uhr

im Hörsaal des Langenbeck-Virchow-Hauses, 10117 Berlin

Die hämatopoetische Stammzelle - heute
Ein therapeutisches Instrument bei malignen und nicht-malignen Erkrankungen

Als Referenten haben bisher zugesagt:


Prof. Dr. Dr. h.c. Eckhard Thiel,

Medizinische Klinik Charité, Hindenburgdamm, mit Schwerpunkt Hämatologie u. Onkologie "Kuratives Potential einer Therapie mit genetisch modifizierten nicht-infizierbaren Stammzellen bei HIV"

Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Klinikum Buch

PD Dr. med. Thomas Benter, Schwedt

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