Berliner Medizinische Gesellschaft




Die Albrecht-von-Graefe-Medaille und ihr Hintergrund

Die Albrecht-von-Graefe-Medaille

Albrecht-von-Graefe-MedailleSeit 1980 wird die Albrecht-von-Graefe-Medaille an Kollegen verliehen, die in der Medizinischen Wissenschaft, Forschung und Lehre herausragende Leistungen erbracht haben. Bisher erhielten die Medaille R.W.Schlesinger (1981), Hans Herken (1981), Ernst Ruska (1983) und Heinz-Günter Wittmann (1984), Robert C. Gallo (2002), Helmut Kewitz (2003) und Klaus Aktories (2005).

Vor der Verleihung im Jahr 2002 musste der Vorstand feststellen, dass alle Medaillen vergeben waren. So wurde 2001 die Medaille von Ernst Ruska, Nobelpreisträger und Mitglied in der Gesellschaft, aus dem Archiv der Max Planck-Gesellschaft ausgeliehen, die als Vorlage für eine Neuprägung diente.

Albrecht von Graefe

Albrecht-von-Graefe-Denkmal, Luisenstraße Ecke SchumannstraßeFriedrich Wilhelm Ernst Albrecht von Graefe,

geb. am 22.05.1828 in Finkenheerd (heute Brieskow-Finkenheerd), gest. am 20.07.1870 in Berlin, war der erste Vorsitzender der Gesellschaft von 1860 - 1870.

Dieser herausragende Augenarzt hatte als erster den Augenspiegel in die Praxis eingeführt, der nur wenige Monate zuvor im Jahre 1850 von Hermann von Helmholtz in Königsberg erfunden worden war. Damit war A. von Graefe einer der ersten, der das Innere des menschlichen Auges untersuchte und alsbald Operationen am Auge durchführte.

Das Bild zeigt das Albrecht-von-Graefe-Denkmal in der Luisenstraße.

Albrecht von Graefe – Augenspiegel

Augenspeigel von Albrecht von GraefeDer Berliner Augenarzt Albrecht von Graefe ließ sich, nach Rücksprache und Genehmigung durch Herrmann von Helmholtz, einen Augenspiegel durch einen Berliner Mechaniker anfertigen (1). Dieser Augenspiegel, anfangs nach dem Original des Helmholtz-Spiegels, wurde alsbald vereinfacht, indem ein Loch in den Spiegel eingelassen wurde, durch den der Betrachter des Augenhintergrundes schaute (2).

Der abgebildete Augenspiegel aus dem Besitz des Hämatologen und Erstbeschreiber des Knochenmarks als Blutbildungsorgan Ernst Christian Neumann (1834 – 1918), Schüler von Albrecht von Graefe laut Vorlesungsaufzeichnungen aus dem Wintersemester 1856/57 (Berlin) und von H. von Helmholtz (Königsberg), dürfte aus den 60er, spätestens den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts stammen und wurde hergestellt von der Firma Pack und Flohr, Berlin (3).

Der Augenspiegel befindet sich heute im Privatarchiv der Franz-Neumann-Stiftung, vergl. www.gelehrtenfamilie-koenigsberg.net und www.ernst-neumann-koenigsberg.de.

E. Koch: »Professor von Graefe bei der Operation«

Diese Radierung befand sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in unserer Bibliothek. Das Original stammte von E. Koch. Hier: Abdruck aus der Zeitschrift: Allgemeine Illustrierte Zeitung, Nr. 2 (1870) Ueber Land und Meer, S. 28 (Aus dem Privatarchiv der Franz Neumann-Stiftung)

Radierung: Albrecht von Graefe


Literatur:
1. Koenigsberger, L.: Hermann von Helmholtz. Bd.1:1902, Bd.2,3: 1903 Vieweg, Braunschweig
2. Neumann-Redlin von Meding, E.: Hermann von Helmholtz in Königsberg. Königsberger Bürgerbrief Nr.47 (1996) S. 37-39
3. Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Abteilung Handschriften und seltene Drucke, Papendiek 14: I: Cod.Ms. Ernst Christian Neumann Nr.2: Vorlesungsnachschriften: Vorlesungen, gelesen von H. von Helmholtz und A. von Graefe.

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